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Bühne statt Gedichtinterpretation – Deutschunterricht mal anders
Veröffentlicht am in Kategorie Allgemein Wirtschaftsgymnasium
Wenn Sprache plötzlich Spaß macht, Reime sitzen wie ein guter Punchline und das Mikro zur besten Freundin wird – dann war wohl Poetry Slam an der Schule. Genau das erlebten zahlreiche Schülerinnen und Schüler beim zweitägigen Poetry-Slam-Workshop an der Rudolf-Eberle-Schule am 19. und 20. Mai 2026. Jeweils von 8 bis 13 Uhr tauschten sie Lehrbuch gegen Notizblock und Tafel gegen Bühne – und entdeckten die deutsche Sprache von einer ganz neuen Seite.
Mit dabei waren Jugendliche der Rudolf-Eberle-Schule, der Hauswirtschaftlichen Schule, der Werner-Kirchhofer-Realschule und des Scheffel-Gymnasiums. Die große Resonanz machte deutlich: Moderne Bühnenliteratur trifft offenbar genau den Nerv der jungen Generation – fernab von klassischer Gedichtinterpretation und trockener Textanalyse.
Geleitet wurde der Workshop von den erfahrenen Poetry-Slammerinnen Leticia Wahl und Suse Bock-Springer, die mit viel Energie, Humor und Erfahrung in die Welt des Poetry Slams entführten. Neben Tipps zum kreativen Schreiben ging es vor allem ums Ausprobieren: Wie klingt meine Stimme, wenn ich laut werde? Wie wirke ich auf der Bühne? Und wie schreibe ich einen Text, der wirklich nach mir klingt?
Die Ergebnisse konnten sich sehen – und vor allem hören – lassen. Es entstanden Texte voller Witz, Tiefgang und Mut: mal nachdenklich, mal bissig, mal traurig, mal herrlich schwarzhumorig. Viele Teilnehmende standen zum ersten Mal vor der Herausforderung, eigene Worte zu finden – und merkten schnell, dass die deutsche Sprache mehr ist als Kommaregeln und Konjunktiv: Sie ist ein Spielplatz, ein Werkzeug, ein Ventil.
Das absolute Highlight wartete am Abend des 20. Mai im Kursaal Bad Säckingen: Beim großen Poetry Slam durften die Jugendlichen ihre Texte live vor Publikum präsentieren – Lampenfieber inklusive, Applaus garantiert.
Am Ende der zwei Tage war klar: Deutschunterricht kann auch so gehen. Statt Gedichte zu zerpflücken, schrieben die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen – und gingen mit einem Lächeln, gestärktem Selbstvertrauen und der Erkenntnis nach Hause, dass die schönste Sprache die ist, die man selbst spricht.